Geschichte

Im Dorfe Guggisberg, am Fusse des Guggershorns, steht der stattliche Bauernhof "Linde", wo das Vreneli wohnte. Vreneli  verlor früh seinen Vater, und der Bauer auf der "Zelg" stand der Wittwe und ihrer minderjährigen Tochter mit Rat und Tat bei. Er hätte gerne durch eine Heirat seines Sohnes mit der "Linden"-Tochter die beiden Höfe vereint. Aber zu spät; Vreneli liebte den "Simes Hans-Joggeli", der "änet dem Bärg", d.h. hinter dem Guggershorn zu Walenhaus, auf der Schattenseite, wohnte. Bei einem handfesten Streit mit Hans-Joggeli stürzte der Zelgbauer schwer und blieb bewusstlos liegen. Simes Hans-Joggeli glaubte, der wäre tot und in seiner Verzweiflung floh er und liess sich in fremde Kriegsdienste (Fremdenlegion?) anwerben. Das war die einzige Lösung, um einer Verurteilung zu entgehen. Zurück blieb Vreneli mit seiner Liebe, seiner Sehnsucht, seiner Treue, uns blieb das zu Herzen gehende Lied. Die Rückkehr von Hans-Joggeli hat Vreneli wahrscheinlich nicht mehr erlebt; es starb offenbar sehr jung. Das Sterbedatum ist wegen des Fehlens des Sterberödels nicht gesichert. Simes Hans-Joggeli jedoch wurde 92 Jahre alt und starb 1736. Die ganze Wahrheit ? Wir wissen es nicht genau. 

Im Vreneli-Museum sind – neben allerlei antiken Requisiten des Lebens und interessanten Hintergrundinformationen über Guggisberg – original Guggisberger Trachten ausgestellt. Ulrich Dürrenmatt (Friedrich Dürrenmatts Grossvater) schrieb 1900: «Uber d Guggisbärger Gattig – Üser Brüüch un üsi Tracht – Het ma schon i menger Brattig – Schröckeli es Wäse gmacht.» Warum? Die Guggisberger Tracht ist gerade mal knielang. Lydia Buchers Erklärung: So war nur halb so viel Stoff nötig, wenn man ja überall sparen musste. «U so churz isch si gäbiger gsy für i de Börder z wärche», sieht sie den zweiten Grund. Eventuell war die kurze Tracht auch eine Reaktion nach der Aufhebung der Kleiderordnung, lange, züchtige Kleidung zu tragen.